Tauchsafari mit der MY Independence II

 Oktober 2009

Eigentlich wollten wir dieses Jahr gar nicht mehr in den Urlaub, aber nachdem mir Peter von einem Arbeitskollegen erzählt hat, der eine Tauchsafari zu einem guten Preis organisiert, konnten wir es nicht lassen, darüber nachzudenken. Es wäre dann der dritte Versuch mit Ägypten.

Wir schauten uns das Schiff an, die Tour und diverse Berichte im www. Nach nicht all zu langer Zeit, sagten wir zu. Aber wie bisher immer, sollte auch diese Ägyptenreise unter einem "schlechten" Stern stehen. Ich buchte extra den besseren Flug nach Marsa Alam, da wir von Port Ghalib starten. So zahlten wir zwar 90 Euro mehr als der Rest, aber wir mußten nicht mit dem Bus von Hurghada zum Liegeplatz.

Und schon kam das Unglück näher: Robs kann mir seine Videokamera nicht geben, da er sie selbst benutzen möchte. Da haben wir nochmal investiert und extra eine Kamera mit Gehäuse geordert. Dank Robs unermüdlichen Einsatz konnten wir vorher auch noch eine Flügelkonstruktion fertigstellen. Aber noch nicht genug dem Ganzen.

Einige Tage vor Abflug wollte ich dann das Tauchgepäck anmelden. Online war das nicht möglich, also schrieb ich eine eMail an Condor. Nach zwei Tagen rief mich eine nette Dame zurück und erklärte mir, dass sie aus Gewichtsgründen und um Kerosin zu sparen nur 20 Tauchgepäck mitnehmen würden. Unseres hatte Platz 35!! Aber wir hatten noch die Option mit Übergepäck (40 Euro pro Strecke) - damit war ich nun nicht so ganz einverstanden.

Sie wollte dann nochmal in der Zentrale anfragen, ob wir unser Tauchgepäck doch zum Normaltarif mitnehmen können. Die andere Variante war noch, alles das, was wir über unserer Freigrenze haben mit ins Handgepäck zu nehmen. Hä!? Wo liegt da jetzt der Sinn? Tauchgepäck nein, aber Handgepäck egal... Das soll mal jemand verstehen.

Aber schon wenige Stunden später bekamen wir dann doch die Bestätigung für unsere Tauchsachen. Na also, zwei Probleme schon gemeistert. Aber das nächste kam schon.

So gings am nächsten Tag zum Flughafen und von dort ohne Probleme nach Marsa Alam. Am Flughafen wurden wir auch tatsächlich abgeholt und los ging die dreistündige Fahrt. Ein absolutes Highlight! An Port Ghalib (hier sollte die Tour starten) vorbei, nach El Quesir über Safaga nach Hurghada.

In Hurghada wurden wir direkt vorm Haupteingang des Intercontinental abgeliefert. Unseren Blick kann sich wohl jeder denken. Aber der Taxifahrer bestand drauf, dass wir ins Hotel rein gingen. Also gesagt auch getan. So standen wir vor der Rezeption und keiner kannte uns, keiner erwartete uns und keiner konnte mit uns was anfangen.

Am Vorabend des Abfluges bekam ich dann einen Anruf, dass der Start der Tour nicht wir geplant in Port Ghalib, sondern 150km nördlicher ind Hurghada stattfindet. Also doch mehr Geld ausgegeben für eine dreistündige Fahrt auf Ägytens wunderschöne Küstenstraße.

Also griff ich zum Handy und rief den Veranstalter an. Der erklärte mir, dass es schon passe, wir sollen nur raus aus dem Hotel und links in die Marina. Ca. 5 Minuten Fußweg. Na dann los. Raus aus der Hotelanlage, links und nach fünf Minuten kam einfach keine Marina. Ok, dann also nichmal zurück und fragen.

Vorm Hotel meinte ein Taxifahrer, dass es 15km (!!!) bis zur Marina sind. Also nochmal telefonieren. Jetzt erklärte man mir, dass wir nochmal vor den Eingang des Hotels gehen sollten und dann links zur hoteleigenen Marina - irgendwie klingt das doch gleich anders. Und was soll ich sagen, da lag sie nun: die Independence II.

So gingen wir endlich an Bord, bezogen die Kabine 1, packten alles aus und warteten auf den Rest. Nach knapp einer halben Stunde traf auch der ein und wir konnten zusammen Abendessen. Da wir nicht mehr in der Nacht auslaufen durften, verbrachten wir die erste Nacht an Bord im Hafen.

Gleich am nächsten Morgen liefen wir aus und es ging Richtung Süden. Es erwarteten uns nicht nur ca. 800 km Fahrt mit gut 30 Stunden, sondern auch eine positive Wendung. So machten wir am ersten Tag lediglich zwei Tauchgänge, darunter die Salem Express. Am nächsten Morgen betauchten wir Elphinstone. Da konnten wir einen Longimanus von hinten betrachten.

Da wir während des Tages und auch in de Nacht weiterfuhren, kamen wir am nächsten Morgen bei den St. Johns Riffen an. Hier konnten wir dann endlich vier Tauchgänge pro Tag machen. Darunter verschiedene Riffe mir Hart- und Weichkorallen, hier und da mal einen Grauen Riffhai, diversen anderen Riffbewohnern und das Highlight für das sich alles gelohnt hat: ein Tauchgang mit einem Longimanus-Weibchen, dem 4.gefährlichsten Hai der Welt. WAHNSINN!

Danach ging es weiter zu den Fury Shoals, wo wir auch noch einige Tauchgänge machen konnten.

Mein Tauch-Fazit:
Ich habe in sechs Tagen insgesamt 19 Tauchgänge machen können, darunter einen mit einem Longimanus und beobachten können, wie eine Muräne einen Fisch fangt und ihn dann hinterher verschlingt.
Es ist zwar nur ein kleiner Eindruck, aber ob der so stark genug ist, dass ich mir mehr in Ägypten anschaue, bezweifle ich doch stark. Für uns war die St.-Johns-Tour kein absolutes Highlight.
Die Malediven können durchaus mithalten, vor allem was den Fischbestand und die -Größe betrifft.
Den Longimanus mal ausgeschlossen, aber mehr Riffhaie gibts im Indischen Ozean. Hier hab ich grad mal einen Weißspitzenriffhai gesehen.
Vielleicht noch einmal eine Safari zu den restlichen Topspots, aber mehr sicher nicht.

Nobs


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