Urlaubsbericht Ägypten, Brayka Bay, August 2007

"Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen" sagt man. Wenn aber drei BD-Familien zusammen Urlaub machen, dann..., tja dann!!!

Das Chaos begann eigentlich schon zwei, drei Tage vorm Abflug, als ein Anruf für Aufregung sorgte, dass unser Tauchgepäck nicht angemeldet ist und es dadurch zu Schwierigkeiten beim Einchecken kommen könnte, und außerdem ein Vorabend-Check-In auf Grund unserer Abflugszeit auch nicht möglich sei, so dass uns nur ein rechtzeitiges Erscheinen am Abflugtag übrig blieb. Um also sowenig Übergepäck wie möglich auf die Waage zu bringen, musste im Koffer also gewaltig abgespeckt werden, das aber nur einer Familie gelang, und das war meine. 59,7 kg bei 3 Personen incl. 3 x Tauchgepäck das war der 1. Platz beim Kofferpacken, gefolgt von Valentis (4 Personen) und getoppt von Schmidbergers (3 Personen) mit + 18 KG Übergepäck.

Nach einer klitzekleinen Wartezeit von ein paar Stunden konnte es endlich in den wohl verdienten Urlaub gehen. Doch halt!!! Haben wir nicht noch was vergessen? Klar, der Ramazotti musste noch schnell besorgt werden, sowie eine Bottle Jim Beam und eine Flasche Averna. Man weis ja nie für was es gut ist im Land des Kachelstudios (Insidersprache). Also nix wie rein in unseren gackegelben Düsenschlepper, ab auf unsere Plätze und siehe da, Familie Schmidberger saß glatt hinter uns. Sollte es Zufall sein oder war es ein Zeichen Gottes der über die Flugangst von unserer Ingrid wusste und sie hinter uns setzte. Als dann der Käptn endlich seinen Hobel zum Laufen brachte und zur Startbahn rollte, wurde es zunehmend stiller hinter mir. Das Flugzeug beschleunigte und wurde schneller und schneller, alles vibrierte und wackelte um einen herum, die Beschleunigung drückte einen in den Sitz, die Landschaft und der Asphalt schossen an einem vorbei, das Flugzeug hob sich empor, wir flogen!!!! Ich drehte mich nach hinten und sah in einen hochroten Kopf mit kaltem Schweiß auf der Stirn, zwei Hände, festgekrallt in der Armlehne und sagte "na, Schmidbergerin, lebst no?!!!" "Geht scho, danke!!" "Is glei vorbei, wenn ma om san merkst nix mehr!"

Die nächsten 4 Stunden Flug und die Landung verliefen absolut entspannt, so dass nach dem gewohnten Chaos am Flughafen Marsa Alam wir uns endlich in den Bus setzen und ins Hotel fahren konnten. Einchecken, Zimmer anschauen und noch schnell was zwischen die Kiemen schmeißen und dann ab ins Körbchen, war's doch mittlerweile schon halb elf Uhr abends und morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag um alles zu erkunden. Nach dem Frühstück ging's erst mal an den Pool und danach zum MEKKA, dem allerheiligsten, dem DIVECENTER, der Extra Divers, um "Hallo" zu sagen und um einzuchecken, denn wir wollten ja nicht nur auf der Pritsche liegen und den Faulen raushängen lassen.

Nach dem üblichen Papierkram und der Zuteilung seiner Box samt Kleiderbügeln für Jacket und Anzug ging's nach einem kurzen Basis-Briefing ums Aushandeln wann wir den obligatorischen Checkdive machen konnten, und siehe da, am nächsten Morgen um 9.30 Uhr hatten wir einen Termin bekommen!!! Alle tauchgeilen BD's waren pünktlich an der Basis, nur little Richard hat's ja nicht nötig und blieb lieber im Bett, die faule Sau.

Irgendwann ist es auch zu ihm vorgedrungen während seines Schönheitsschlafes, dass Ägypten eine andere Uhrzeit hat als wir in Deutschland und so kam es, dass Andrea, Denise, Gabi, Marco und ich aus dem Wasser, und little Richard in demütiger Büßerhaltung zum Divecenter kamen. "Sorry Männer, ich hab's verpennt!!"

Wer nicht kommt zur rechten Zeit, muss tauchen wo halt einer übrig bleibt, und das war für Ritschi dann am nächsten Tag.

Die nächsten Tage verbrachten wir viel beim Erkunden unseres Nord- und Südhausriffes der Brayca Bay das doch mit relativ vielen kleinen Highligths aufwarten konnte, wie riesen Muränen, Rochen, Octopusse, jagenden Stachelmakrelen, Feuerfischen, Nacktschnecken, Krokodilsfischen, Steinfischen usw., alles war da, nur kein Großfisch. Selbst am Außenriff war nichts zu sehn, doch das sollte sich ändern als Andrea, Marco und ich nach Elphinstone fuhren.


Als wir mit dem Tagesboot am Ankerplatz vom Elphinstone festmachten und als zweite Gruppe mit dem Zodiac zum Nordplateu gebracht wurden, war der weitere Ablauf des Tauchgangs für uns klar, solange es geht da draußen im Freiwasser bleiben, warten und jeden Liter Wasser genauestens beobachten. Dann, wie aus dem Nichts war er plötzlich neben mir, ein Hammerhai von ca. 3-4 Metern Länge, welch ein Anblick.


Andrea und Marco schauten noch in eine andere Richtung als sie durch mein Shakern herumgerissen wurden und dadurch das sahen was ich sah. leider erschrak sich der Hammerhai am Geräusch des Shakers und verzog sich nach ein paar Sekunden wieder ins Abbys, aber die 2o-30 Sekunden reichten aus, um uns gewaltig zu beeindrucken. Nach einer kurzen Oberflächenpause ging's ein zweites Mal ins Wasser, aber da gab sich nur ein Weißspitzen Riffhai die Ehre, der unter uns gemütlich vorbei zog, während ich nach 15 Minuten schon mit meiner Deko Phase startete, die mir mein Computer verpasste, nach der kleinen Deko beim ersten Tauchgang und jetzt den zweiten Tieftauchgang gnadenlos bestrafte. Was später am Abend dann beim Essen Gesprächsthema war, dürfte allen klar sein !!

Um jetzt hier nicht den Eindruck zu erwecken, wir würden nur tauchen im Urlaub, schweif ich mal ein wenig ab und widme mich ein bisschen dem Hotel!!


Unser Hotel stand einsam und alleine in der Wüste rum und machte von außen einen na ja, ist nicht schlecht, aber.... Eindruck. Trotz der enormen Größe des Hotels, dass sich um die ganze Bucht zog waren die Wege doch relativ kurz die man so zu gehen hatte. Es gibt mehrere Restaurants und Bars in der Anlage, einen Pool, ein Hallenbad mit Spa-Bereich und die üblichen Sportmöglichkeiten, sowie eine Italienische Animation die keiner haben und sehen will. Das Essen war entgegen unseren Erwartungen gut, vielfältig, warm, zum Teil frisch zubereitet und ausreichend vorhanden. Im Gegensatz dazu mangelte es an Liegen und Sonnenschirmen rund um den Poolbereich. Wer hier also einen Platz ergattern wollte , musste spätestens um 6.oo Uhr morgens zum Handtuchhechten antreten, sonst sah es schlecht aus mit dem Schatten. Die Zimmer sind alle gleich eingerichtet und ausgestattet, so dass es eigentlich egal war welche Kategorie man gebucht hatte. Kleine Handtuch-Kunstwerke auf den Betten gab's trotz Bakschisch nicht. Dazu bedurfte es mehr als Geld, nämlich ein paar liebe Worte, zusammen gefasst von Marco in einem so oder ähnlich aussehendem romantischen Brief an den Roomboy seines Herzens:

My Dear,
thank you so much for your roomcleaning,
your towel arts are so lovely and wonderful,
we are so happy with you,
in love, Marco

Tja, wer natürlich so schmachten kann, bei dem klappt es dann auch mit den Handtüchern und bekommt obendrein noch die Klamotten zusammen gelegt sowie einen Wasserflaschen Vorrat, der sich gewaschen hat. Wir mussten unsere Wasserflaschen immer beim Abendessen abzweigen.


So verging also die erste Woche des Urlaubs, als auf einmal unsere Ingrid, der selbst Schnorcheln suspekt war, plötzlich am Schnuppertauchen interessiert war und sich mit Sabrina zur Tauchbasis aufmachte, um das beim Schnuppertauchen im Pool mal genauer aus zu testen und siehe da, schon haben sich die zwei zum Kurs angemeldet, und weil's dem Kartenlesegerät von der Tauchbasis eh wurscht ist wie viel Meter Papier sie ausdrucken soll, hat Ritschi sich gleich noch zum AOWD und Sofia zum Bubblemaker angemeldet. Denise kam dann zwei Tage später auch noch daher. Sie möchte den JAOWD machen (natürlich nicht auf Ritschis Karte) und so waren fast die Hälfte unserer Leute die nächsten Tage mit ihren Kursen ausgelastet, die sie natürlich am Schluss alle mit Bravur bestanden haben.

Unser Urlaub neigte sich dem Ende zu und jeder ließ ihn auf seine Art ausklingen. Andrea, Marco und ich gingen noch mal ganz relaxt zum tauchen, während Ingrid, Gabi und Ritschi sich die Schwarten bruzzeln ließen.

Robs

 

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