Reisebericht Ägypten - Marsa Alam - September 2006

Eigentlich war ein Sparurlaub geplant für die Sommerferien 2006 und sollte irgendwo Richtung Italien oder Kroatien gehen. Am Besten noch zum Zelten: so richtig mit Isomatte, Schlafsack, Grill, usw. Denise meinte dann, das wir noch eine Freundin mitnhemen könnten. Naja dachten Andrea und ich, warum denn nicht?! Und so machten wir uns ans Kalkulieren der Reisekosten und das „FÜR und WIEDER eines Campingurlaubs. Wir staunten nicht schlecht was unterm Strich heraus kam, im Vergleich zu einem Pauschalurlaub mit Flug und Hotel.

Hin und her gerissen kam bei einem BD Stammtisch das Thema Ägypten zur Sprache. Marco, Gabi und die Kids haben schon gebucht und es wäre ja super, meinte Marco, wenn wir mitfahren würden. Preislich nur minimal teurer als auf dem Boden zu schlafen in Bella Italia; dazu tauchen im Roten Meer; da war dann klar wo wir unseren Urlaub lieber verbringen wollten. Unsere Kids waren sich auch einig und so fieberten wir alle sieben dem Tag X entgegen. Das ganze Gepäck schon mal am Vorabend eingecheckt ging's am nächsten Tag um 6.oo Uhr morgens los nach MARSA ALAM.

Small Talk:
Eine der sonst netten, höflichen, manchmal auch hübschen Stewardessen, oh, tschuldigung, FLUGBEGLEITERINNEN, entpuppte sich beim Landeanflug auf Marsa Alam als BISSGURKE, als sie den kleinen Trolli unter meinen Füßen erspähte, der unter dem Vordersitz verstaut war und als Handgepäck von mir mitgeführt wurde. Darin enthalten waren: Das Videokammeragehäuse, zwei Videolampen, eine Akkutank-Lampe und diverse Schrauben. Erlaubt sind 6 Kilogramm für das Handgepäck. Mein Trolli brachte es aber locker auf 24 was die Bissgurke natürlich noch NICHT wissen konnte, als Sie eben meinte ich solle den Trolli doch quer unter dem Sitz verstauen, was aber nicht ging weil um einen Zentimeter zuwenig Platz war. „Dann geben Sie den Trolli mal her, ich pack Ihn noch oben in die Ablage„. Dafür dürfte er ein wenig zu schwer sein, darum hab ich ihn immer unter dem Vordersitz, sagte ich zu Ihr. „Sie werden mir doch jetzt nicht sagen dass der Trolli mehr als 6 Kilo wiegt !" Na, nana, geringfügig mehr, aber des passt scho da unten! Dann gab's einen 5 minütigen Gesetzesvortrag ü Sicherheit und Gepäckbeförderung im Passagierraum und die Aufforderung den Trolli rauszurücken. So nahm ich meine Füße zur Seite und überließ ihr den Trolli. Der erste Versuch den Trolli nach oben zu wuchten schlug wie erwartet fehl. Errst beim zweiten Reißen ging's mit einem Stoßseufzer ab in die Ablage über unseren Köpfen. Der Blick der Dame sprach Bände und sichtlich angefressen kam auch gleich ordentlich Gemecker, dass das so nun wirklich nicht gehe und ich mir was anderes einfallen lassen solle. Ich sagte ihr ja „lassen sie ihn unten", aber sie wollte es ja lieber spüren.

DAS EIGENTLICHE:
Am 1, 2, Fly Hotel angekommen, gab's erst mal einen Welcome-Drink und danach die Zimmerschlüssel. Nach einer kurzen Inspektion des Zimmers ging's gleich ab zum Pool und später zum einchecken in die 5 Minuten vom Hotel entfernte Tauchbasis der EXTRA DIVERS MARSA ALAM. Nach dem üblichen Papierkram gab es eine Führung durch die Tauchbasis mit den Erklärungen zu den einzelnen Abläufe, wie Ausfahrten mit dem Kleinbus, Speedboot, Halbtages- oder Ganztages-Ausfahrten, oder auch nur über das Hausriff tauchen; mit oder ohne Zodiac. Jeder von uns bekam eine Nummer zugeteilt, die auch auf dem Schließfach, der Box und den Kleiderbügeln stand und in den nächsten 14 Tagen unser Eigentum war. Das Spielchen mit dem Checkdive am nächsten morgen ging auch ganz easy über die Runden und so wurden wir auf die hiesige UW-Welt losgelassen.

Denise, unser jüngstes BD_Mitglied machte hier Ihren OWD fertig, nachdem sie zuhause schon Theorie und Schwimmbad erfolgreich absolviert hat. Als Marco und Gabi am Tag darauf sich schon in die Fluten stürzten, blieben Andrea und ich bei Denise, die ihre erste Freiwasserlektion bekam und in einen OWD Kurs mit lauter Italienern gesteckt wurde, incl. italienischem Tauchlehrer. Ganz auf seine Landsleute konzentriert, hatte Denise einen schweren Start bei ihm. Als ich meiner Tochter helfen musste den Verschluss des Spanngurtes zu verstellen, da sie die Kraft dazu nicht hatte gab's einen italienischen Gefühlsausbruch, den der TL nur deshalb überlebt hatte, weil ich nicht vor den Augen meiner Tochter dieses A…………. zusammen schlagen wollte. Ich musste mich nach ein paar massiven und klärenden Worten abwenden und gehen sonst wäre schlimmes passiert.

Da es auf der Basis üblich ist innerhalb eines Kurses täglich die Tauchlehrer zu wechseln, bekam Denise eine Schweizerin als TL, die auch mit Kindern umzugehen wusste, sodass der Spaßfaktor an dem Ganzen wieder zurück kam und Denise Ihren OWD erfolgreich und mit Freude beendete.

Das Tauchen im allgemeinen verlief recht angenehm und relativ problemlos, gerade am Hausriff konnte man tauchen wo und wie man wollte. Egal ob Nord- oder Südriff, beide Seiten der Bucht sind in einem einwandfreien und intakten Zustand und wer sich einen Early-Morning-Dive antut, dem kann es schon passieren dass ihn Delphine am Hausriff begrüßen ( wir haben zwar keine gesehen, ist ja klar). Aber das kommt des öfteren schon mal vor, wenn man um 6.00 Uhr aus den Federn kommt und um 7.oo Uhr im Wasser ist. Aber wer steht im Urlaub schon freiwillig um 6.oo Uhr morgens auf, doch wohl nur die, die sonst das ganze Jahr über in der Arbeit sich ausruhen können.

Selbst Marco unser Pool-Adonis schaffte es nicht aufzustehen, da er im Dauermüdigkeitszustand nach jedem Tauchgang erstmal die Augenklappen runterfuhr und sich mit irgendeiner fadenscheinigen Ausrede auf's Zimmer verzog und spontan erschöpft eingeschlafen ist, für so 1-2 Stunden.(Marco, sag nicht das stimmt nicht, wir können ALLE bezeugen, wie du eines Abends auf dem Zimmer einen Ramazotti holen wolltest und unterwegs dabei auf dem Zimmer eingeschlafen bist!!!) So war's auch nach jedem Tauchgang, und dass mit Nitrox-Füllungen im Tank.

Bei den Strandtauchgängen vom Kleinbus aus, kann es schonmal vor kommen, dass der eigentlich "ganz entspannte" Ablauf ins strudeln kommt, wenn die Ägyptischen Guides mal den Tauchplatz nicht finden und das Briefing über den Tauchgang statt im Schatten an der Basis lieber bei 46 Grad Celsius in der prallen Wüstensonne stattfindet. Dazu noch einen angefressenen Guide und der Tauchgang wird perfekt. Doch all diese Strapazen waren es wert, denn wir wurden mehr als entschädigt als plötzlich aus dem nichts ein DUGONG ( Seekuh) auftauchte, die wir zuvor zwar unterwasser hören konnten, aber nicht sehen. Auf einmal war sie da. Ein Prachtexemplar von knapp 3 Meter Länge und mehrere hundert Kilo schwer. Langsam konnten wir uns ihr nähern und sie beim Fressen beobachten. Mann hätte nur die Hand auszustrecken brauchen, so nah ließ sie uns an sich ran, aber keiner berührte sie. Immer wieder musste sie an die Oberfläche zum atmen und kam augenblicklich zu uns zurück. Dieses doch sehr seltene Tier war sehr beeindruckend und natürlich das Gesprächsthema Nr. 1 bei der Rückfahrt zur Tauchbasis.

Das Top Highlight der Basis ist sicherlich DER TOPSPOT „ ELPHINSTONE „, bekannt, berühmt, berüchtigt wie kaum ein anderer Spot im Roten Meer.
Das ca. 3oo x 1oo Meter große Riff erstreckt sich senkrecht vom Meeresboden bis unter die Wasseroberfläche und liegt mitten im offenen Meer. Von unserer Basis aus mit dem Boot in gut zwei Stunden zu erreichen, war dies ein unbedingtes MUSS für uns. Strömungstauchen ist angesagt und auf das Signal vom Käptn hin hieß es rein ins Wasser, sofort abtauchen und schön an der Riffwand entlang. Am Nord- und Südende des ovalen Riffes befindet sich ein Plato in 30 Meter Tiefe, an denen man sich nach Möglichkeit etwas aufhalten sollte, denn dort sind die meisten Großfisch-Begegnungen und da schwimmt in der Regel alles vorbei. Haie aller Art, Barakudas, Napoleons und Mantas geben sich hier die Flosse.

Die Riffwand selbst ist über und über mit Weichkorallen übersäht, egal wo man hinschaut, nur Korallen und Rifffische. Als Vorraussetzung um dort tauchen zu dürfen, schreiben die Extra Divers mindestens 50 geloggte TG und mindestens ein AOWD Brevet vor. Probleme mit dem tarieren sollt man keine mehr haben, genau so wie das Tauchen an Drop Off's sollte kein Problem sein.


Am Besten zum Tauchen wäre es bei Sonnenaufgang oder in der Abenddämmerung, denn dann gibt's Großfisch-GARANTIE, garantiert !! Wer also auf Safari ist hat dazu die besten Möglichkeiten.

Die anderen Plätze, die von uns noch betaucht wurden rund um Marsa Alam, waren ebenfalls sehr schön und zum genießen da, weil einfach die Riffe noch unbeschädigt sind und der Tourismus eigentlich erst begonnen hat. Fast bei jedem Tauchgang konnten wir Unterwasser Delphine hören aber leider zeigten sie sich nicht, nur Gabi und Andrea hatten jeweils das Glück auf Ihrer Seite und waren mehr als happy darüber !!

Nicole, Sabrina und Denise waren ebenfalls sehr happy, wenn es am Pool rund ging. Dort fanden nämlich die ersten offiziellen BD WORLD CHAMPIONSHIP GAMES im Poolreinschmeißen statt. Mit dabei waren neben den BD-Kids noch die BD's: Marco, Gabi, Andrea und meiner einer, sowie im Verlauf der Spiele noch etliche Kinder aus Italien. Ohne Rücksicht auf Alter oder nationaler Herkunft wurde der Pool zum Dreh und Angelpunkt wenn wir auftauchten. Es schubbste und tauchte jeder jeden. Dass diese extreme Sportart bis an die Leistungsgrenze der Teilnehmer ging, ist „eh kloar„, aber keiner verausgabte sich so sehr wie unser Marco (sexyst Man on the Pool), der danach wieder völlig erschöpft die Augenklappen runter fahren musste und noch deutlich angeschlagen, zum Abendessen erschien.

Angesichts unserer Gastronomischen Verpflegung im Hotel war's ein Satz mit X, denn so was schlechtes haben wir noch nirgends bekommen wie in diesem Hotel. Kalte und zum Teil nicht fertig gegarte Speisen waren eine Frechheit, einzigst die kleinen Pizzen an der Poolbar tagsüber, verhinderten ein Viasko.

Die sonst doch schöne, kleine und übersichtliche Hotelanlage wäre perfekt, wenn das Essen stimmen würde, dann würde man auch gerne mal wieder vorbei schauen, aber so nicht.

Robert

 

Robert und Marco haben lange gestritten, wer von ihnen wohl der

"schönste" Adonis am Pool ist. Entscheidet selbst, wer von den beiden den Titel
"Mr. Valium of Marsa Alam"
verdient!

 

Alle Fotos sind Eigentum von Andrea, Robert und Marco. Jeder Download ist nur mit Genehmigung zulässig!!!