Flusstauchen in der Traun Oktober 2005

Am Freitag, dem 07. Oktober 2005, machten wir uns auf Richtung Viecht im Oberösterreich. Wir das waren: Marco, Peter, Markus, Benny und Norbert. Unser Ziel war es, mit der dort gelegenen Tauchbasis Magic Dive Flusstauchgänge in der Traun zu machen. Eigentlich wollten wir vorher nochmal den Attersee erkunden, aber leider waren wir etwas spät dran und wir konnten unser Date mit den Schnitzeln unmöglich verschieben.

So kamen wir also, nach ca. drei Stunden Fahrt, relativ entspannt gegen 18.00 Uhr an. Wir wurden gleich von Harry, dem Chef dort (wenn er redet haben alle anderen Sendepause!) freundlich empfangen. Nach kurzem Haus- und Bettenbriefing machten wir uns auf die Zimmer vernünftig einzuteilen. Nach langen hin und her sind wir zu folgendem Entschluß gekommen: Marco schläft alleine in der Schnarcher-Suite, Benny und Norbert teilten sich das angegrenzende Jugendzimmer und daneben bezogen Markus und Peter die Seniorensuite. Andrea und Robert bekamen das einzigste alleinstehende Doppelzimmer, das Liebes-Zimmer. Sobald wir damit fertig waren, machten wir uns auf den anstrengenden 5 Meter Fußmarsch zu Rosis Bierclinic.

Dort schnappten wir uns den ersten Tisch. Markus, der zunehmend etwas Hunger bekam, fing langsam an, von einem Kaiserschmarrn zu träumen, dem ihn die Wirtin zubereiten sollte. Aber in dieser Hinsicht hatte Rosi kein Herz für unseren hungerleidenden Markus. Pünktlich um 19.00 Uhr wurden die Schnitzel zu uns gebracht und jeder verführte seines auf ganz eigene Weise. Wir wissen zwar auch nicht warum, aber ein Schnitzel blieb übrig! Warum nur? Markus hatte doch so Hunger! Den restlichen Abend verbrachten wir mit Diskussionen über den Ablauf der nächsten zwei Tagen, mit Markus Gejammer nach einem Kaiserschmarrn, den ersten Tauchplatzbeschreibungen und dem Kennenlernen von Andi und Roman, den Guides von Harry. Irgendwann in der Nacht haben wir uns dann schlafen gelegt. Nach den ersten Soundeinlagen von Norbert schliefen alle ein, bis Marco Norbert zärtlich mit folgenden Worten weckte: "Sag mal hörst du dich nicht? Dreh dich doch mal anders hin!". Jeder von uns konnte relativ gut schlafen, außer Marco! Aber ok, er hatte ja im Gegensatz zu Benny sein Knuddelkissen nicht dabei.

Um 08.30 Uhr trafen wir uns zum gemeinsamen Frühstück. Andrea, Robert und Stefan waren auch bereits da und so konnten wir während des Frühstückes nochmal über den Ablauf quatschen. Anschließend machten wir unser Tauchzeug fertig und warteten auf Andi mit seinem Taucher-Tracker! Kaum aufgepackt ging es pünktlich um 10.00 Uhr auf in Richtung Traun zum oberen Bereich. Abgeladen, aufgerödelt, nochmal kurzes Briefing und schon ging es ab in die Traun.
Wir paddelten im bis zu vier Meter tiefen Querwasser flußaufwärts. Dort bekamen wir die ersten stattlichen Hechte zu sehen. Alle insgesamt so gut einen Meter lang.

Nach Erreichen des zufällig an einem Baumstumpf angeschwemmten "rot-weissen Bandl" haben wir die Traun durchquert zur anderen Flussseite. Dort konnten wir die 1922 geflutete Römerstrasse bewundern, die im Mittelalter dazu diente, die Salzschiffe mit Pferden wieder stromaufwärts zu ziehen.

Wir waren erstaunt, wie gut die Holzbalken noch erhalten waren. Wir ließen uns mit der Strömung treiben. Ein großer Hecht schwamm kurz mit uns mit, bis er schließlich unseren Weg kreuzte und im Freiwasser verschwand.

An einem Knick der Römerstrasse war an einem rostigen Nagel wiederum ein "rot-weisses Bandl" zufällig angeschwemmt worden. Das war ein Zeichen um den Fluss wieder zu durchqueren. Wieder auf der anderen Flussseite angekommen konnten wir noch einen großen Felsen mit Muschelbewuchs bewundern, der uns wieder etwas stromaufwärts zu einem zufällig angeschwemmten "rot-weissen Bandl" führte, das den Ausstieg zeigte. So kletterten wir aus dem Wasser und wurden mit einem feurigen klaren Irgendwas begrüßt.

Es ging wieder zurück in die Basis. Nach kurzem Flaschenfüllen ging es für Markus, Peter, Marco und Stefan zum Traunfall Classic;
der Rest wurde zum unteren Teil der Traun gefahren, wo Andrea, Benny und Norbert den geführten Tauchgang von Robert begleiteten. Wir schwammen kurz stromaufwärts, durchquerten dann die Traun und kamen wieder an der Römerstrasse an, wo wir uns jetzt noch weiter flussabwärts treiben ließen.

Vorbei an Bäumen, kleineren Höhlen und Wehranlagen. Wir querten wieder die Traun am zufällig angeschwemmten "rot-weissen Bandl". Dort sind wir durch verschiedene Spalten, Felsblöcke, unter eingequetschte Baumriesen und zum Pumpenhäuschen. Nach knapp 70 Minuten sind wir aus dem Wasser und mußten einen ca. 400 Meter langen Fußmarsch durch den Wald machen, bis wir wieder am Einstieg waren, wo wir dann auch abgeholt wurden.

An der Basis trafen wir mit dem Rest wieder zusammen, die uns freudig berichteten, was uns am nächsten Tag im Traunfall Classic erwartete. Peter stellte für sich einen neuen Rekord ein: 40 bar in 4 Minuten! Respekt! Nach einer kleinen Pause sind Markus, Robert und Andrea nochmal ins Wasser. Der Rest ist entweder unter die Dusche oder hat es sich im Bett gemütlich gemacht. Die drei Taucher sind nochmal an das unter Stück der Traun, allerdings sind sie auf der Einstiegsseite geblieben. Als sie zurück kamen, waren sie nicht unbedingt begeistert, aber schließlich zählt ja bekanntlich jeder Tauchgang.

Beim Bradl futtern kamen wieder alle zusammen und haben uns dann im Anschluß die erste Bavarian-Diver-DVD angesehen und danach ein Tauchvideo von Harry im Roten Meer von einer Sharm-Safari. Marco, Andrea und Robert sind schon etwas früher ins Bett, der Rest folgte um 0.00 Uhr. Nachdem wir noch nicht so ganz schlafen konnten, haben wir die Zeit genutzt um noch etwas zu ratschen. Aber was hörte man da? Der Schnarch-Meckerer Marco zog selber richtig durch! Wir ließen uns das nicht nehmen es in Ton mit dem Handy fest zu halten. Alle bis auf Marco ratschten danach noch etwas weiter, bis Peter und Markus nur in Unterhosen bekleidet mit einem Sprung in Bennys und Norberts Bett signalisierten, daß es Zeit wäre endlich zu schlafen. Sie hinterließen dabei edelste Gerüche im Jugendzimmer. Am nächsten Morgen trafen wir uns beim Frühstück wieder. Wir besprachen noch kurz den heutigen Ablauf und schon ging es los zum Zeug herrichten. Robert setzte am Vormittag aus, Peter, Marco, Markus und Stefan sind zum unteren Teil.

Andrea, Benny und Norbert sind zum oberen Teil. Wir machten genau den gleichen Tauchgang, sahen allerdings nur sieben Hechte und versteckt zwei Schleien.
War ein richtig gemütlicher Tauchgang. Nach knapp einer Stunde tauchten wir wieder auf und fuhren zurück zur Basis, wo wir alles für das Highlight des Tages herrichteten: den Traunfall Classic! Canyoning unter Wasser! Wir nahmen so wenig Blei wie möglich mit, schraubten alles ab, was man nicht zwingend dafür braucht (z.B. Octopus), Computer und Kompass waren eh nicht nötig. Markus und Peter machten die Tour erneut. Andrea, Robert, Benny und Norbert zum ersten mal. Also gings los zum Einstieg.

Der Einstieg war ein Sprung aus 4,2 Meter Höhe mit der gesamten Ausrüstung in das klare Wasser. Harry sprang als erster rein und ließ sich dann die Kamera von Robert geben.

Robert machte sich fertig und fasste Mut. Nach einmal richtig Durchschnaufen sprang er runter. Man sah die Erleichterung in seinem Gesicht, als er unten war. Aber dem Rest wirds nicht anders gehen.

Wir warteten noch etwas bis die Zwei vorbei waren, dann sprangen Andrea, Peter, Benny, Norbert und zum Schluß Markus. So tauchten wir durch Spalten und kleine Höhlen. Dabei sahen wir Eschen, Forellen und Barsche. Teilweise hatten wir eine Sicht von gut 10 Metern.

Nach der ersten Strecke mußte wir durch die Stromschnellen. D.h. Zeug zusammenpacken, auf den Bauch legen, Arm nach vorne und los gehts. Diese Rutschpartie war nicht ohne, da man teilweise die Felsen am Bauch spürte. Nach so ca. 50 Meter war es dann endlich vorbei. Markus und Norbert haben jeweils eine Bleitasche und Andrea dabei ein Kilo Blei verloren. Allerdings hat Markus das Blei von Norbert wieder gefunden. Dafür nochmal vielen Dank! Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann wieder gemütlich durch die Felsen, Spalten hin zum Canyon.

Da entdeckte Norbert einen blinden Passagier auf Bennys Flasche: eine kleine Koppe hielt sich fest und tauchte mit. Nach ca. eineinhalb Stunden war die Tour vorbei. Wir mußten zuerst über Stein, dann an einer Leiter hochklettern und zu guter Letzt wartete noch der krönende Abschluß: ein Marsch über eine kleine Straße mit einem Höhenunterschied von 100 Meter!!!

Auf dem Weg nach oben kam ein kleines, blondes Highlight vorbei, das den Aufstieg etwas angenehmer machte. Irgendwann erreichten wir oben erschöpft den Bus und fuhren zurück in die Basis.

Dort packten wir unser Zeug zusammen und bezahlten unsere Zeche. Nach einem gemeinsamen Abschiedsessen ging es dann wieder nach Hause.

Fazit: Es war ein sehr schönes Wochenende mit den passenden Leuten. Es hatte jeder seinen Spaß - nein, es gab eigentlich keinen Spaß, wir waren ja schließlich zum Tauchen da. Die Sicht hätte zwar im oberen Teil der Traun besser sein können, aber so war es einfach nur "super"-klasse.
Und wir hatten schließlich auch verdammtes Glück mit dem Wetter. Drei Tage nur Sonne! Wenn Engel reisen ...

Der nächste größere Ausflug wird an den Grünen See gehen! Mal sehen, ob da wieder die gleichen lustigen Leute zzgl. Mike und Max dabei sind.

Alle Fotos sind Eigentum von Marco, Benny, Markus, Robert und Norbert. Jeder Download ist nur mit Genehmigung zulässig!!!