Andrea und Robert in Thailand April 2006

Bei unserem Vorhaben die Welt zu entdecken, führte uns unsere Reise diesmal nach Asien, genauer gesagt nach Thailand.

Mit einer Boing 747-400 der Thai Airways flogen Andrea und ich von München aus zuerst nach Bangkok wo wir unseren ersten Stopp der Reise einlegten. Nach 9 ½ Flugstunden wurden wir von unserer privaten Reiseleitung in Empfang genommen und in unser gebuchtes Hotel gefahren. Unterwegs gab's gleich einen Crashkurs über Land und Leute und dem Hinweis, dass der Dunst da draußen kein Morgendunst sondern SMOG sei und zu Bangkok gehöre wie die Luft zum Atmen. Na ja, geht ja schon gut los, und wir haben uns schon gewundert das so viele Leute mit einem Mundschutz rumlaufen und fahren. Im Hotel angekommen ging's erst mal ab unter die Dusche, frische Klamotten an und gleich raus ins Alltags Geschehen um das Leben in Bangkok kennen zu lernen.

Diese Masse an Leuten, Lärm, Verkehr und Gestank kann man sich als Europäer nicht vorstellen. Da ist die Leopoldstraße in München zur Rushhour der reinste Luftkurort. Überall stehen kleine Garküchen auf oder an der Straße und bruzzeln irgendwas zusammen, oder verkaufen Obst jeglicher Art. Für so eine Mahlzeit zahlt man dann gerade mal 2o - 3o Bath, was nicht mal 1 Euro ist, und wer glaubt für den Preis kann's einfach nicht schmecken, der irrt sich gewaltig.

Nach ein paar Stunden Eindrücke sammeln in Downtown gingen wir Abends in ein kleines Restaurant gegenüber unserem Hotel das nicht viel größer war als eine Garage und von außen eher einen schlechten Eindruck vermittelte. Wir bestellten die verschiedensten Gerichte und zahlten mit den Getränken umgerechnet nicht mal 10 Euro und wurden somit in den nächsten 3 Tagen dort zum Stammgast.

Die nächsten drei Tage verbrachten wir mit Ausflügen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bangkoks, wie dem Königspalast, alten Tempelanlagen wie Wat Arun, einer Longtail Boot Tour in den Klonks und einem romantischen Abendessen bei Nacht auf einer Dschunke. Da wir die Ausflüge zeitlich so gebucht haben dass wir pro Tag nur einen Ausflug hatten, entweder Vormittags oder Nachmittags, blieb uns mehr als genug Zeit zum Schoppen in den großen Kaufhäusern der Stadt, die wir bequem mit der Skytrain erreichten. Wer jetzt der Meinung ist, das hört sich aber verdammt nach Stress an, liegt falsch. Nix da mit 5o Leuten im Bus zum Sightseeing, nein, alles mit privater Reiseleitung und eigenem Auto, nur Andrea, ich, der Reiseleiter und unser Fahrer. Alles über FTI Asien gebucht und kein Ausflug teurer als 25 Euro pro Nase.
Ums mit Max Worten zu sagen: ”ganz entspannt!"

Appropo entspannt!!

Dass das mit dem Sex-Tourismus immer noch so stark ist wird einem überall vor Augen geführt. Alle paar Meter läuft einem ein "Pärchen", er 50 Jahre und mehr, sie vielleicht gerade mal 17 Jahre alt und bildhübsch, übern Weg.
Mittlerweile kann ich die Mädchen verstehen, die sich an so einen Typen hängen und sich für ein paar Wochen der Hoffnung hingeben, dass doch einer mal dabei ist der sie da raus holt aus dieser Millionen Metropole. Denn hier geht's nur ums nackte Überleben für die Mädchen aus der Unterschicht.
Ausbildungsplätze oder gar einen festen Job bekommt eigentlich nur die Oberschicht und dementsprechend groß ist hier die Armut. Das einzige womit sie also ein bisschen Geld für sich und ihre Familie verdienen können ist ihre Jugend und ihr Aussehen. Das Perverse an der ganzen Sache ist, dass den Thai's ihr geliebter König, der zugegeben wirklich sehr viel für seine Leute getan hat, seinen zweiten Palast direkt vor die Slums gebaut hat und den ärmsten der Armen den Reichtum direkt vor die Nase hält.

Die andere Art der Entspannung sind die zahllosen Massage-Buden die ihre Dienste für umgerechnet 4-6 Euro für eine Fußmassage anbieten. Da Andrea und ich uns im Spa Center unseres Hotels am Abend von ausgebildeten Masseusen verwöhnen ließen und etwa 25 Euro für eine 1-Stündige Ganzkörpermassage zahlten, sind wir auch mal in so eine Bude rein zum Füße massieren. Wo die dann überall an mir Füße gefunden hat war der Wahnsinn. Arme, Hände, Bauch, Rücken, Kopf, Haare, alles schien nicht mehr zu existieren an mir und wurde anscheinend zum Fuß. Mit ein paar heftigen Schlägen in den Rücken beendete sie dann die Fuß-Massage, verbeugte sich vor mir und fragte mich mit einem Lächeln ob ich's genossen habe. Da war dann der Zeitpunkt bei mir gekommen, wo ich ernsthaft über Leben und Tot der Dame nachdachte.

Die vier Tage in Bangkok vergingen und wir begaben uns mit kaum zu beschreibenden Eindrücken auf unser zweites Etappenziel und Highlight der Reise.

Von Bangkok aus flogen wir weiter nach Phuket wo wir nach gut einer Stunde Flug bereits wieder erwartet wurden. Dieses Mal von einem Fahrer unseres Tauchsafari-Veranstalters "SEA BEES". Der Transfer vom Flughafen zur Tauchbasis in Ao Chalong, bei der wir nach einer Stunde Fahrt ankamen, klappte ebenfalls reibungslos und so konnten wir den ganzen üblichen Papierkram gleich erledigen und uns einchecken. Nach und nach kamen alle 16 Safarigäste, und einem ersten Kennenlernen stand nichts mehr im Wege.
Chris und Basti, die beiden Tour Guides, stellten sich uns allen vor und kümmerten sich um das Gepäck, das im Vorfeld schon Mal aufs Boot gebracht wurde, so dass wir später, etwa so gegen 19.30 Uhr ebenfalls die "Marco Polo" betraten.

Nachdem jeder seine Kabine zugewiesen bekam, gab's ein ausführliches Boots-Briefing mit allen Einzelheiten, sowie den gesamten Ablauf der Tauchsafari erklärt. Spätestens beim anschließendem Abendessen dürfte allen klar geworden sein, die Verpflegung hier an Bord wird die Kilos nach oben treiben und für viel Körper eigenes BIOPREN sorgen.

Die Überfahrt von Ao Chalong Harbor zu unserem ersten Ziel dauerte die ganze Nacht, so dass wir am nächsten Morgen die SIMILAN INSELN erreichten. Um 7 Uhr morgens war allgemeines wecken, also nix da mit Matratzenhorchen bis zum Mittag. Danach gab's das erste Frühstück mit anschließendem Briefing zum Early-Morning-Dive. Eine leichte Nervosität lag in der Luft, war es doch für die meisten von uns der erste Kontakt mit der Unterwasserwelt hier bei den Similans. Sobald der Kopf aber Unterwasser war kehrte Ruhe ein und wir genossen eine noch intakte Unterwasserwelt mit ihrer ganzen Schönheit. Korallen in allen Farben und Ausführungen soweit das Auge reicht, eine Artenvielfalt an Fischen und mittendrin, wir. Die 3o Grad Wassertemperatur rundeten das Ganze noch ab und wer mich kennt weiß, wie sehr ich meinen Trocki liebe, aber in anbetracht dieser Bedingungen, hatte ich keine Zeitlang danach und tauschte den Trocki gegen einen Shorty, der mehr als ausreichend zu sein schien.

Nach 6o Minuten Tauchzeit war unser erster Tauchgang an diesem Tag zu ende und mit dem Kopf voller Eindrücken wartete schon das zweite Frühstück auf uns. Während wir es uns schmecken ließen fuhren wir weiter zu dem nächsten Tauchplatz der auf uns vor dem Mittagessen wartete. Dieser Ablauf wiederholt sich 4 mal am Tag, also, in der Kurzform: ESSEN - TAUCHEN - ESSEN - TAUCHEN - ESSEN - TAUCHEN - ESSEN - TAUCHEN und noch mal ESSEN.

Das Tauchen selbst läuft folgendermaßen ab:
Nachdem sich alle Taucher aufgerödelt haben und auf der Plattform des Bootes stehen, fährt der Skipper an eine bestimmte Stelle am Tauchplatz die von der Strömung abhängig ist, und gibt das Signal zum ins Wasser springen. Erst einmal im Wasser, gibt's nur zwei Möglichkeiten: entweder sofort abtauchen, was zu 9o % der Fall ist und einen Blauwasser-Abstieg machen, oder man hat die Möglichkeit an einer sogenannten Mooring Leine abzutauchen, das nichts anderes als ein Bojenseil ist, das am Riff verankert ist.

Da ALLE Tauchgänge Strömungs-Tauchgänge sind, wird ebenfalls der Tauchgang mit einem Sicherheitsstop auf 5 Meter im Blauwasser, an der eigenen mitgeführten Signalboje, beendet. Ist man dann an der Oberfläche, wird man vom Boot wieder aufgesammelt und wer Angst hat dass die Bootsbesatzung einen nicht sieht, kann sich entspannen, die Jungs haben's drauf ihre eigenen Gäste aus zig Tauchern im Wasser zu unterscheiden und sicher an Bord zu holen. Jeder Taucher wird dann anhand einer Anwesenheitsliste vom Tourguide überprüft ob er auch wirklich an Bord ist.

Zwischendurch mal ein paar Worte über unser zwei Guide's, Chris und Basti. Die beiden Burschen haben's voll drauf. Selten dass man heutzutage noch wirklich gute Tauchlehrer findet die's erstens fachlich und zweitens auch menschlich drauf haben in ihrem Job. Das Basti auch locker als Kindermädchen anfangen könnte hat er auf der Tour bewiesen; beim unermüdlichem Spielen mit zwei "Teppichratten". Chris überzeugte durch exzellente Briefings und geschichtliches Hintergrundwissen zum Tauchplatz, gespickt mit viel Humor.

Doch zurück zum Eigentlichem. Nach den Similan Inseln ging's weiter Richtung Norden zu den Surin Inseln bis zum nördlichstem Tauchplatz in thailändischen Gewässern, zum Richelieu Rock, einem Felsen der bei Ebbe ein bisschen aus dem Wasser ragt und als Garant für Großfisch steht. Wenn also irgendwo in der Nähe Mantas, Walhaie oder andere Haie sind, dann hier, und tatsächlich dauerte es nicht lange bis der erste Manta sich blicken und von unseren Luftblasen den Bauch kitzeln ließ. Immer wieder flog er über uns hinweg, mit einer Anmut und Eleganz die unbeschreiblich ist.

Doch irgendwann müssen auch solche Momente zu Ende gehen. Langsam machten wir uns wieder auf zurück in Richtung Similan Inseln und weiter nach Phuket, als am letzten Tag unserer Safari leider doch noch was schief ging:
Eine Taucherin erlitt einen

Tauchunfall

trotz konservativen Tauchens. Sie musste mit Sauerstoff an Bord behandelt werden. Trotz sofortiger eingeleiteter Rettungskette, dauerte es mehrere Stunden bis ein Schnellboot zur Stelle war und die Taucherin in die Druckkammer brachte wo sie sofort therapiert wurde.
Näheres über diesen Unfall werde ich, falls ich das Einverständnis der Taucherin bekomme, bekannt geben.

 

Nachdem wir am Abend des 6. Tages in den Hafen von Ao Chalong einliefen ging's zurück in die Tauchbasis wo wir auscheckten und bei einem letzten gemeinsamen Abendessen die Tauchsafari beendeten.

Der dritte und letzte Abschnitt unserer Reise führte uns nach 6 Tagen auf See noch am gleichen Abend nach Kata Beach wo Andrea und ich die letzten 3 Tage in einem Luxus Hotel verbrachten und uns so richtig verwöhnen ließen zum Ausklang. Danach ging's zurück zum Flughafen von Phuket, weiter nach Bangkok und von dort aus gleich weiter nach München.

Fazit :
Die 14-tägige Reise nach Thailand war bespickt mit Eindrücken und Erfahrungen über eine Kultur die Andrea und ich schon immer mal kennenlernen wollten.
Um alles erlebte zu beschreiben, müsste ich wahrscheinlich ein kleines Buch schreiben. Die Kombination aus Städtereise und Tauchurlaub ist für den asiatischen Raum fast schon ein Muss, denn jedes für sich ist sehenswert, ob es das pure Leben in einer Millionen Stadt wie Bangkok, mit seinen TukTuk's oder den Garküchen ist, oder die noch intakten Tauchgründe im Indischen Ozean. Längst hat hier schon die Zerstörung der Um - und Unterwasserwelt begonnen, sei es durch Abgase in den Städten oder dem Dynamitfischen im Meer.
Asien ist jedenfalls für Andrea und mich eine neue Reiserichtung für unsere nächsten Urlaube. Wo's dann genau hingeht wird sich zeigen, aber es könnte Richtung Indonesien sein.

Robert

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